Solange wir gesund sind, können wir die Quarantäne nutzen, um unser kreatives Potenzial zu stimulieren. Wir nennen es #CREAntäne!

Zum besseren Durchhalten kann es helfen, Krisenverläufe besser zu verstehen. Deshalb geben wir in unserem 23. CREAntäne Post einen theoretischen Einblick in Modelle, die Phasen und die dazugehörigen Gefühle und Stimmungen beschreiben….


Sicherlich wollen wir alle eins: möglichst schnell aus der akuten Corona Krise rauskommen – und das gesund oder genesen, und möglichst ohne größere Kollateralschäden, wie Insolvenzen, Arbeitslosigkeit und so weiter. Vielleicht habt Ihr gedacht, dass nach Ostern alles wieder normal läuft? Die Kinder gehen wieder in die Kita und in die Schule, das Home-Office wird geschlossen, es geht zurück ins Großraumbüro und alle Läden sind wieder offen? Übernächstes Wochenende trifft man sich wieder beim Italiener um die Ecke und geht vielleicht noch ins Kino und Theater? Wirklich? Ernsthaft? 

Und dann die Pressekonferenz nach der gemeinsamen Sitzung von Bundesregierung und Ministerpräsidenten: bis auf ein paar Lockerungen bleibt es auch in der Bundesrepublik Deutschland erst einmal bei den Einschränkungen. Der Traum vom “Zurück” ins “normale” Leben – zerplatzt wie eine Seifenblase. Das drückt auf die Stimmung. Von der Phase der ‘Flitterwochen’ sind wir abrupt in die Phase der ‘Desillusionierung’ gefallen. 

HALT STOPP! Jetzt nicht Trübsal blasen! Wenn Ihr unsere Posts für die #CREAntäne verfolgt habt, dann wisst Ihr, dass wir von Crea Germany uns wünschen, dass Ihr versucht, auch schwierige Situationen als Herausforderungen für Neues Denken und kreative Lösungen zu begreifen. Wenn wir uns mit der kreativen Lösung von Problemen beschäftigen, ist es wichtig, dass wir die Herausforderung und die Situation, in der wir uns befinden, verstehen. Denn nur dann können wir auch gezielt nach Lösungen suchen, die zu der Herausforderung passen. Es geht also um den Prozess der Klärung und der Informationsaufnahme. Und da zählt das Prinzip der Quantität. Je mehr Daten und Informationen wir erlangen und aufnehmen können, die zu unserer Herausforderung gehören, desto mehr Möglichkeiten haben wir, in einem nächsten Schritt, mit unserem kreativen Denken Lösungsideen zu finden.  

Zu der Klärung und Datensammlung in der Corona Krise gehört es, dass wir uns bewusst machen, dass unterschiedliche Phasen zu jeder Krise dazugehören, insbesondere auch, was unsere Gefühle und Stimmungen betrifft. Es gibt Phasen der Angst und Besorgnis und Phasen der Hochstimmung und Euphorie sowie Phasen der Traurigkeit. Diese Phasen wechseln sich ab. Wer an sich die Erwartung knüpft, diese Krise in einer kontinuierlich positiven Stimmung zu durchleben, ist unrealistisch und überfordert sich. Ganz im Gegenteil, es zeugt von hoher emotionaler Kompetenz, wenn wir feststellen, dass wir tatsächlich Phasen unterschiedlicher Gefühle und Stimmungen durchleben, und an feststellen, dass wir mit diesen Gefühlen sehr gut klar kommen können, auch und gerade jetzt in dieser Krise. 

Kluge Köpfe haben sich schon lange vor Corona über den ‘typischen’ Verlauf von Emotionen in Krisensituationen und/oder bei Veränderungen Gedanken gemacht und dafür Modelle entwickelt. 

Wer sich einfach einmal kurz mit einem derartigen Phasenmodell von Emotionen in Krisensituationen beschäftigen will, findet hier einen kleinen Überblick in englischer Sprache. 

In diesem Zusammenhang ist es auch spannend, sich mit dem Phasenmodell von Elisabeth Kübler-Ross, der schweizerisch US-amerikanischen Psychiaterin, auseinander zu setzen. Ihr Modell beschreibt die emotionalen Phasen, die ein Mensch bei Erkenntnis der eigenen Sterblichkeit durchlebt. Dieses Modell ist sozusagen die Mutter aller Modelle, die das Durchleben von emotionalen Phasen beschreiben. 

Das Auf und Ab von Emotionen und Stimmungen in Krisensituationen gleicht manchmal einer Achterbahnfahrt. Das haben Hurst und Shephard in ihrem Roller Coaster Model beschrieben. 

Das Cynefin Framework von Dave Snowden wird auch für der Bewertung von kritischer und komplexer Situationen genutzt. 

Cynefin Framework by Dave Snowden

Eine Krise, wie wir sie gerade erleben, besteht auch – und leider sogar in der Mehrheit  (sonst wäre es ja keine Krise) – aus emotional schwierigen Phasen. Wenn man das versteht und erkennt, welche Bedürfnisse hinter den jeweiligen Gefühlen stehen, dann hat man gute Chancen, diese Phasen auch gut zu überstehen. Man vermeidet dann zumindest das Gefühl der Ohnmacht und kann sich schneller motivieren, der Herausforderung positiv gestaltend zu begegnen. 

Die aktuelle Krise ist auch deshalb so schwer für uns, weil wir den Zeitpunkt nicht kennen, wann das alles vorbei ist. Das löst bei uns möglicherweise Ungeduld und Ärger aus. Wenn dann noch Existenzsorgen und -nöte dazu kommen, entsteht ein ziemlich übler Cocktail aus schwierigen Emotionen. Deshalb kann es ganz hilfreich sein, Zwischenzeitpunkte und Meilensteine zu definieren. Dadurch können wir die Situation für uns beherrschbarer machen. 


… und natürlich gibt es noch viel mehr. Wenn Ihr noch weitere Links, Ideen oder Feedback habt, schickt sie uns gern über Instagram oder Twitter unter #CREAntäne.

Montag gibt es einen neuen #CREAntäne Blogpost.

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