Um für das 21. Jahrhundert gewappnet zu sein, reicht es nicht mehr Bildungskonzepte aus der historischen Industrialisierung umzusetzen. Bildung für die Zukunft umfasst die Fähigkeit zu lernen, die notwendigen Kenntnisse und Motivation anzueignen, um erforderliches Wissen zu identifizieren, es zu durchdringen, bewerten und einzuordnen. Hierzu wurde durch die OECD das 4K-Modell des Lernens entwickelt. Crea Germany e.V. hat Ende Apri 2019 hierzu das erste praktische 4K Training für LehrerInnen durchgeführt. Auf der Edunautika 2019 haben wir in unserer Session einen Ausschnitt des Trainings vorgestellt.

Ob im privaten oder im Arbeitsleben: Dauernd sind wir damit beschäftigt Probleme zu lösen. Interessant ist, dass Problemlösung kein Schulfach ist. Genauso wenig die Zutaten für erfolgreiche Problemlösung, die 4K: Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration und Kommunikation. Progressive Schulen haben die 4K als überfachliche Kompetenzen im Blick, versuchen sie in die Projektarbeit der Schüler zu berücksichtigen, suchen aber noch nach einer expliziten und praktischen Integration.

Dabei steigt die Komplexität in unserem Leben – durch  Digitalisierung, Globalisierung und andere Faktoren. Vieles, was wir bisher als gegeben angenommen haben, gilt nicht mehr. Globale Herausforderungen, wie der Klimawandel u.a., beeinflussen unser Leben und Denken. Bildungsschwerpunkte und -anforderungen ändern sich. Wir müssen Themen anders denken und neue Denkfähigkeiten entwickeln.

Höchste Zeit also, die 4K zu lernen und anzuwenden, um neue Herausforderungen besser meistern zu können! Wir kennen viel Theorie zu den 4K, aber wenig Konkretes zur praktischen Anwendung. Dem können wir abhelfen, auch mit ganz einfachen Mitteln, die uns schon sehr weit bringen. Das war der Ansatz unserer Session. Schon unsere  ‘Jump-In’ Methodik, sofort hands-on in das Thema einzusteigen, war für einige überraschend.

Für unsere Session haben wir uns ein wichtiges allgemeines Prinzip unseres 4K Trainings herausgepickt, das in allen 4K Kompetenzen angewendet wird. Das Geheimnis, wie kreative Zusammenarbeit Spaß und Erfolg bringt: Divergieren und Konvergieren! Das heißt, dass es wichtig ist, erst ein Thema oder Ideen zu explorieren mit dem Fokus auf Quantität (divergieren), und erst DANACH zu bewerten und kritisch zu reflektieren mit dem Fokus auf Qualität (konvergieren). Auf diese Weise schaffen wir uns Spielraum, Optionen und mehr Potential für eine neue Sicht der Dinge, anstatt vorzeitig zu urteilen und mit alten Standards und Bewertungsmustern Neuem Hindernisse in den Weg zu stellen.

Anhand einer praktischen Übung in zwei Runden machten wir dies erlebbar.

Zunächst zeigen wir, wie sehr uns mangelnde Offenheit, Transparenz und zu frühes Kritisieren von Ideen behindert, ein Thema mit Spaß zu explorieren. Und in der zweiten Runde, wie viel mehr Spaß und Energie es bringt, wenn wir erst auf Quantität und dann auf Qualität hinarbeiten.

In unserem Training haben wir die 4K in vier Schritte integriert, die entweder punktuell nach Bedarf oder als ein Gestaltungsprozess genutzt werden können.

Wir nennen es PIPA:

  • P wie Problem: Wie verwandele ich ein Problem in eine vielversprechende Herausforderung?
  • I wie Ideen: Wie komme ich auf spannende Ideen, die meine Herausforderung lösen können?
  • P wie Prototyp: Wie mache ich meine Ideen konkret und erlebbar, um sie für Feedback zu nutzen?
  • A wie Action! Wie arbeiten wir agil und transparent zusammen?

Die 4K verstärken sich gegenseitig. Es hilft nicht, eines der 4K isoliert anzuwenden. Zwar erzeugt Kreativität Neues, aber ohne kritisches Denken mit ungewissem Nutzen. Oder neue Ideen, die nicht erfolgreich kommuniziert oder ausgearbeitet werden, verbreiten sich schwach und finden keine Akzeptanz. PIPA kann genutzt werden, um mit den 4K gemeinsam Themen zu explorieren oder zu entwickeln.

Die Session wurde von unseren Crea Germany e.V. Mitgliedern Katrin Elster (StrategicPlay®) und Fabian Emde (Winterhuder Reformschule) gehalten, die gleichzeitig Trainerin bzw. Teilnehmer des 4K Trainings waren und davon aus erster Hand berichteten.

Es wird weitere 4K Trainings geben. Mehr dazu bald hier und unseren Kanälen!

Und vielen herzlichen Dank an die Organisatoren der Edunautika, Ihr habt das – wie bereits letztes Jahr –  wieder entspannt, durchdacht und großartig organisiert!

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